Häufige Fragen

Was ist Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie befasst sich mit den Fehlstellungen der Zähne bzw. der Fehllage von Ober- und Unterkiefer zueinander. Sie wird überwiegend bei Kindern und Jugendlichen, aber auch im Erwachsenenalter durchgeführt.

Entscheidend für die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Behandlung ist nicht das Lebensalter eines Menschen, sondern die Festigkeit der Zähne im Kieferknochen. Gerade für Erwachsene hat sich in den letzten Jahren das Behandlungsspektrum enorm erweitert, beispielsweise durch feste Zahnspangen an den Innenseiten der Zähne (Incognito) oder durchsichtige Kunststoffschienen (Aligner).

Was ist ein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie?

Voraussetzung für die Erlangung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie ist ein abgeschlossenes zahnmedizinisches Studium, sowie ein praktisches Jahr in einer allgemein zahnärztlichen Praxis. Danach folgt eine mindestens dreijährige Weiterbildung an einer Universitätsklinik und einer Fachzahnarztpraxis für Kieferorthopädie. Dabei arbeitet man ganztägig, unter Anleitung am Patienten und lernt das gesamte Spektrum der Kieferorthopädie kennen.

Die Weiterbildung findet ihren Abschluss in einer Fachzahnarztprüfung vor einer Prüfungskommission der jeweiligen Zahnärztekammer. Dieses unabhängige Prüfungsgremium ist u.a. mit Hochschulprofessoren besetzt.

Was sind die häufigsten Gründe für eine Zahnregulierung?

vorstehende Kiefer
Bei einem “Rückbiss” des Unterkiefers stehen in der Regel die Oberkieferfrontzähne weit vor den Unterkieferfrontzähnen. Bei einem “Vorbiss” dagegen beißen die unteren Schneidezähne vor die oberen.

Engstände
Wenn die Zähne nicht in einem ordentlichen Bogen stehen, sondern dicht verschachtelt sind, spricht man von einem Engstand.

tiefer Biss
Wenn die Frontzähne beim Zusammenbeißen zu weit (>3mm) übereinanderlappen, spricht man von einem tiefen Biss. Es kann sein, dass die unteren Frontzähne die Schleimhaut des Gaumens berühren und sogar verletzen.

Lücken
Wenn die Zähne im Vergleich zum Kiefer zu schmal sind, können Lücken zwischen den Zähnen auftreten. Auch Daumenlutschen oder andere Angewohnheiten können zu Zahnlücken führen. Der Daumen wirkt dabei wie ein kieferorthopädisches Gerät, das die Zähne nach vorne drückt und den Unterkiefer hinten hält.
Lücken entstehen ebenso durch den Verlust von Zähnen. Gehen bleibende Zähne verloren, so ist nicht selten im Zuge einer kieferorthopädischen Behandlung ein Lückenschluss möglich, um Zahnersatz zu vermeiden.

offener Biss
Die Seitenzähne beißen aufeinander, die Frontzähne aber nicht. Vorne wird ein “Loch” sichtbar, das Abbeißen ist nicht möglich. In einigen Fällen liegt eine erbliche Veranlagung vor. In den meisten Fällen jedoch ist der offene Biss durch Fingerlutschen, Nuckelflaschen oder Schnuller als Dauertröster verursacht. Problematisch ist ein offener Biss, wenn sich die Zunge bei jedem Schluckvorgang zwischen die Zähne presst. Dies erschwert die kieferorthopädische Behandlung. Der offene Biss kann auch im Seitenzahnbereich auftreten.

Muss eine Zahnspange wirklich sein?

Wenn Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen und die Zähne schief im Kiefer stehen, sieht das nicht nur unschön aus, sondern es kann auch schwerwiegende Folgen haben. Engstände und Verschachtelungen der Zähne können die Entstehung von Karies und Parodontoseerkrankungen erheblich begünstigen. Ist die Funktion des Kauens oder Abbeißens gestört, können durch die verminderte Kautätigkeit Magen- und Darmbeschwerden entstehen.

Auch Nacken- und Kiefermuskulatur können durch einen falschen Biss verspannen. Kopfschmerzen sind häufig die Folge. Wenn der Mund beim Schlafen offen steht und die Atemluft nicht durch eine korrekte Nasenatmung befeuchtet und angewärmt wird, treten häufig Erkältungskrankheiten und Hals-Nasen-Ohren-Probleme auf. Bei Kindern, die wegen einer großen Zahnstufe die Lippe nicht schließen können, führt die Mundatmung oft dazu, dass die Rachenmandeln (“Polypen”) und die Gaumenmandeln entfernt werden müssen. Auffällig sind natürlich auch die durch eine Fehllage der Kiefer oder durch die Fehlstellung der Zähne hervorgerufenen Sprechfehler wie z.B. das Lispeln.

Bei Patienten mit vorstehenden oder nach vorne gekippten Zähnen ist die Gefahr der Zahnschädigung statistisch gesehen deutlich höher als bei gerade stehenden Zähnen. Oft ist aus diesem Grunde eine Frühbehandlung sinnvoll, um die Zahnreihen “sturzsicherer” zu machen.